Rede zur Kundgebung „Wir sind Deutschland – Wir sind mehr!“ am 3.10.2018 in Bayreuth

Was können wir nach 28 Jahren von der Deutschen Einheit für die Welt, in der wir heute leben, lernen? Nicht länger stehen Wettbewerb von Staaten, atomare Aufrüstung, Drohgebärden und Säbelrasseln mitten in Deutschland und Europa auf der Tagesordnung. Stattdessen gehen wir die Herausforderungen in Deutschland gemeinsam an.

Der Tag der Deutschen Einheit ist aber auch der Tag der Europäischen Einheit! Mit den ersten Rissen in Ungarn fiel in ganz Europa der Eiserne Vorhang. Nach Jahrzehnten von Krieg brachte die Europäische Einigung nach dem Fall der Mauer Frieden in ganz Europa. Wenn etwas über so lange Zeit Frieden und für viele Menschen Wohlstand schafft, muss es die beste Idee der letzten 70 Jahren sein!

Und jetzt schaue ich auf die Herausforderungen, die vor uns liegen: Lösen wir die internationalen Konflikte mit Abschottung oder mit internationaler Kooperation? Lösen wir Fluchtursachen als 28 Einzelstaaten oder auf Europäischer Ebene? Lösen wir die Klimakrise mit Ignoranz oder mit multilateralen Verträgen? Und lösen wir die Integration in unserem Land mit Spaltung und Angst oder mit Mut?

Wenn uns die Deutsche Einheit etwas gezeigt hat, dann dass wir mit Mut vorankommen. Wer die Deutsche Einheit feiert und die Europäische Einheit in Frage stellt, hat aus der Geschichte nichts gelernt! Ich lasse mir dieses Europa von Niemandem kaputt machen! Ich will mehr Einigung und mehr Europäische Demokratie! Und ich will ein tolerantes, weltoffenes und menschliches Bayern in Europa.

Vielen Dank, dass ihr heute alle dabei seid. Denn Europa wächst nicht aus Verträgen, es wächst aus den Herzen seiner Bürgerinnen und Bürger, oder gar nicht (Zitat nach Walter Kinkel).